Magnetfelder_gemalt

Seit 2006 kehrt Zuzanna Skiba immer wieder zum Thema der »Magnetfelder« zurück. Erste Arbeiten dazu entstanden bereits 1990. Skiba setzt Strich an Strich, ohne dass sich diese berühren. So verdichten sich die reihend aneinandergesetzten, gleichbleibenden Linien allmählich zu einer räumlichen Struktur, deren schwebende Form zu Beginn nicht feststeht, sondern sich aus Richtung und Duktus des Pinselstrichs ergibt.


Nach einer langen Phase der malerisch fließenden Zeichnungen widmet sich Skiba seit 2013 wieder der Malerei auf Leinwand und nennt die Eigentümlichkeit ihrer Arbeitsweise – »Malerei mit Farbkruste« – nun zum ersten Mal bewusst beim Namen: Die im Laufe der Zeit auf der Palette entstehende Farbkruste wird, für Skiba sehr typisch, ganz selbstverständlich in den Malprozess einbezogen. Die Entstehungsgeschichte der aktuell gezeigten Arbeiten dokumentiert sehr gut Skibas kartographischen Blick und die sprichwörtliche Perspektive ihrer Arbeitsweise: So sind die Bilder BLAU Nr. 1+2 Übermalungen von 2006 entstandenen Arbeiten, die dem Thema »Unter den Linden« im Wortsinne gewidmet sind. Einige der gemalten Lindenbaumschnitte aus dieser großen, noch nicht abgeschlossenen Arbeitsserie dienten nun für die vom »Blaurausch« der ersehnten Meereslandschaft inspirierten Bilder als Ausgangs- bzw. Mittelpunkt des mäandernden Blaus, das wie aus großer Höhe betrachtet und von einem steten Wind gekräuselt aus dem satten, weiß-blau-nachtblau changierenden Gold Weiß wuchert.

Im unscharfen Dunkelblau von »Magnetfeld gemalt« erweitert sich noch einmal jene Perspektive »von oben« und lässt das Motiv wie einen im Luftleeren treibenden Himmel erscheinen.  Dr. Susanne Pocai, Historikerin, Berlin